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Der Kammerjäger und das Märchen vom Rattenfänger

November 5th, 2008 · No Comments

Ein Kammerjäger der frühesten Generation dürfte der Rattenfänger von Hameln gewesen sein. Er hat mit Hilfe seines Flötenspiels die Stadt Hameln von einer Rattenplage befreit – zu Zeiten von Pest und anderen Seuchen waren die Ratten die schlimmsten Überträger von Krankheitserregern, und mussten aufgrund der katastrophalen hygienischen Verhältnisse im Mittelalter oft in Scharen ausgemerzt werden.

Auch heute sind die Tiere nur von einem Kammerjäger zu bekämpfen, wenn sie sich bis zu einem gewissen Grad vermehren konnten. Auch wenn man Rattengift streut, hat man selten eine Chance, mehr als ein paar Tiere zu töten, denn Ratten gehen grundsätzlich an keine Futterstelle, an der ein verendetes Tier liegt. Da die Tiere alles fressen, was sie finden, sind sie sehr schwer auszurotten, und ohne die professionelle Hilfe durch den Kammerjäger ist man definitiv der Verlierer im Kampf gegen diese sich rasend schnell vermehrenden Nager.

Natürlich rücken die modernen Kammerjäger nicht mit einer Pfeife oder Flöte an, um die Tiere zu vertreiben beziehungsweise zu vernichten. Ausgeklügelte Systeme aus Fallen und Gift, aber auch verschiedenen Gasen werden vom Kammerjäger verwendet, um der Plage zu Leibe zu rücken. Je nach Schädling hat der Kammerjäger hier sein ganz eigenes und passendes Rezept.

Eine spezielle Ausbildung muss ein Kammerjäger natürlich ablegen, bevor er sich als Angestellter oder gar selbständiger Dienstleister dem Kampf gegen allerlei Ungeziefer widmen kann. Auch muss er manche ekelige Situation mit Bravour und vor allem einem tapferen Magen meistern. Mancher Kammerjäger wird sich manchmal sicher wünschen, dem Rattenbefall in einem Gebäude ebenfalls, wie sein Märchenvorbild, durch eine Flöte Abhilfe schaffen zu können.